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Herz & Kreislauf

Herzensangelegenheiten - einmal ganz unromantisch betrachtet

>Das gesunde Herz eines Erwachsenen ist etwa so groß wie eine geschlossene Faust. Es ähnelt einem nach unten spitz zulaufenden Kegel, der zwischen den beiden Lungenflügeln schräg im mittleren Brustraum liegt.

Das Herz ist ein Hohlmuskel, den die so genannte Herzscheidewand in eine rechte und eine linke Hälfte teilt. Jede Hälfte wiederum besteht aus einem Vorhof und einer Kammer, die jeweils durch Herzklappen (auch Segelklappen, die wie eine Art Rücklaufventil funktionieren) voneinander getrennt sind. Dieses Vierraum-Gebilde treibt wie eine Rund-um-die-Uhr-Pumpe das Blut durch den Körper, genauer gesagt in den großen und den kleinen Kreislauf. Mit Hilfe dieses Motors werden wir über das Blut mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt; gleichzeitig werden Kohlendioxid (CO2) und Stoffwechselprodukte abtransportiert.

Herz- und Blutgefäße bilden zusammen das Herz-Kreislauf-System. Innerhalb dieses Systems existieren zwei Teilkreisläufe: der kleine Kreislauf (auch Lungenkreislauf genannt) und der große Kreislauf (auch als Körperkreislauf bekannt).

Genau genommen arbeitet das Herz wie eine Doppelpumpe. Sauerstoffarmes Blut gelangt über die Venen in die rechte Herzhälfte, die es dann zur erneuten Sauerstoffanreicherung zu den Lungen pumpt (Lungenkreislauf). Die linke Seite bringt das hellrote sauerstoffreiche Blut dann über die Arterien in den gesamten Körper und versorgt so alle inneren Organe, die Muskeln und das Gehirn mit Sauerstoff und anderen lebenswichtigen Substanzen (Körperkreislauf). Anschließend strömt das dunkelrote sauerstoffarme Blut durch die Venen wieder zum Herzen zurück und der Weg beginnt von neuem.

Auf diese Weise werden täglich fast 6000 Liter Blut durch den Körper gepumpt, und das ein ganzes Leben lang.

 


Ihr Herz schlägt für Sie!

Ein gesundes Herz schlägt im Ruhezustand ungefähr 70-mal in der Minute. Bei sportlicher Belastung kann der Puls jedoch bis auf knapp 200 Schläge ansteigen. Auch Aufregung, Stress oder seelische Belastungen kurbeln den Herzschlag an. Das, was wir als Puls beispielsweise am Handgelenk ertasten oder auch als Herzschlag im Brustkorb spüren, ist der rhythmische Wechsel zwischen Anspannung (Systole) und Erschlaffung (Diastole) des Herzmuskels.

Den Antrieb dazu liefert das Herz selbst. Denn in der oberen rechten Herzecke sitzt der so genannte Sinusknoten, der das Herz quasi als mitgelieferter Herzschrittmacher tagein, tagaus schlagen lässt. Der elektrische Reiz, den der Sinusknoten aussendet, wandert über bestimmte Leitungsbahnen in die Herzkammern und löst so die regelmäßige Pumpaktion des Herzmuskels aus. Diese elektrischen Spannungsveränderungen kann Ihr Arzt auf einem Elektrokardiogramm (EKG) sichtbar machen und so wertvolle Schlüsse über die Herzleistung ziehen. 

Um reibungslos funktionieren zu können, braucht das Herz natürlich eine ganze Menge Sauerstoff, Energie und Nährstoffe. All dies bekommt es über die Herzkranzgefäße (Fachbegriff: Koronararterien), die aus der Hauptschlagader abzweigen und als feines Netz aus Blutgefäßen den Herzmuskel überziehen - daher ist eine gute und reibungslose Durchblutung der Herzkranzgefäße so wichtig.


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